Markensüßigkeiten mit kommunikativem Innenleben
16.03.12
Süße Verführungen haben hohe Nährwerte. Neuerdings zeigen sie auch ein hochkommunikatives Innenleben. Zunächst die Lindt-Schokolade „Haselnuss-Gianduja“. Qualitativ hochwertiges Nougat verflüchtigt sich in meinem Haushalt leider stets binnen weniger Minuten. Zurück bleibt die leere Packung. Und siehe da: Lindt nutzt neuerdings geschickt das Innenleben eben dieser. Im hochwertigen Vierfarbdruck werden mir weitere Varianten der Produktlinie präsentiert. Diese Idee ist ebenso einfach wie genial: äußerst zielgruppenspezifisch, diskret den Moment der Befriedigung nutzend und preiswert in der Produktion.
Auch der Newcomer GÜ London kommuniziert mit seinen Verpackungen auf originelle Weise. Die britische Marke präsentiert sich mit verspielten Neologismen wie „gü-nießen“ und ultra-selbstbewussten Markenbotschaften. Eine Kostprobe: „(…) so köstlich, so sensationell zart, dass es selbst die Gesetze des Universums durcheinander bringen würde.“ (Wobei mir der Konjunktiv hier nicht gefällt, wenn schon, denn schon! Also: „durcheinander wirbeln wird“.) Das magentafarbene Innere der Verpackung ist nicht zu übersehen und bewirbt weitere Produkte des Herstellers. Randnotiz: Falls Sie GÜ London jetzt probieren möchten, sagen Sie bitte nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Diese Desserts sind derart köstlich, dass hochgradige Suchtgefahr besteht.
125 Jahre Lebensfreude: Coca Cola setzt voll auf Text
07.08.11
Der neue TV-Spot der Weltmarke Coca Cola reizt die starke Kombination von Musik und Text optimal aus. Die Musik weckt von Anfang an starke Emotion. Die Botschaft selbst wird exklusiv über verschiedene kurze Texte übermittelt: „Es gibt viele Gründe, an eine bessere Welt zu glauben.“
Die Optik des 45 Sekunden-Spots wirkt wie ein ganz normales Amateurvideo. Coca Cola verzichtet gänzlich auf Hochglanzmotive und raffinierte Montageeffekte.
Mein Fazit: Das Text-Musik-Konzept funktioniert ganz hervorragend. Diese Gute-Laune-Markenkommunikation erzeugt hohe Aufmerksamkeit und weckt spontane Sympathie.
Mein einziger Wermutstropfen bei diesem ansonsten wahrhaft gelungenen Beispiel ist die extreme Naivität der Inhalte. Kostproben: „Auf jeden produzierten Panzer kommen 131.000 produzierte Kuscheltiere.“ und „Während ein Wissenschaftler eine neue Waffe entwickelt, backen 1 Mio. Mütter einen Schokoladenkuchen.“. Das erinnert mich doch sehr an den klassischen Wunsch angehender Schönheitsköniginnen, die stets gerne den „Weltfrieden“ bemühen. Neugierig geworden? Sehen Sie hier den Spot: http://www.youtube.com/watch?v=5D__rKR44-8
