125 Jahre Lebensfreude: Coca Cola setzt voll auf Text
Der neue TV-Spot der Weltmarke Coca Cola reizt die starke Kombination von Musik und Text optimal aus. Die Musik weckt von Anfang an starke Emotion. Die Botschaft selbst wird exklusiv über verschiedene kurze Texte übermittelt: „Es gibt viele Gründe, an eine bessere Welt zu glauben.“
Die Optik des 45 Sekunden-Spots wirkt wie ein ganz normales Amateurvideo. Coca Cola verzichtet gänzlich auf Hochglanzmotive und raffinierte Montageeffekte.
Mein Fazit: Das Text-Musik-Konzept funktioniert ganz hervorragend. Diese Gute-Laune-Markenkommunikation erzeugt hohe Aufmerksamkeit und weckt spontane Sympathie.
Mein einziger Wermutstropfen bei diesem ansonsten wahrhaft gelungenen Beispiel ist die extreme Naivität der Inhalte. Kostproben: „Auf jeden produzierten Panzer kommen 131.000 produzierte Kuscheltiere.“ und „Während ein Wissenschaftler eine neue Waffe entwickelt, backen 1 Mio. Mütter einen Schokoladenkuchen.“. Das erinnert mich doch sehr an den klassischen Wunsch angehender Schönheitsköniginnen, die stets gerne den „Weltfrieden“ bemühen. Neugierig geworden? Sehen Sie hier den Spot: http://www.youtube.com/watch?v=5D__rKR44-8
Neu am Tatort Frankfurt: die säuselnde Quoten-Prolette
Vorab: ich bin von Kindheit an ein eingeschworener Tatort-Fan. Doch entgegen der allgemeinen Euphorie finde ich die Figur der Conny Mey wahrhaft misslungen.
Die optische Ausstaffierung funktioniert nicht einmal als Parodie. Das Jeans-Babe schmückt sich mit Riesencreolen und Kette im tiefpinken V-Ausschnitt. Trägt West(ch)en, die man auch als Exo-BH bezeichnen könnte. Umrahmt diese mit senfgelben Waffengurt. Kombiniert wird mit ultragebleichten Jeans, Glitzergürtel und roten Pseudo-Cowboystiefeln. Autsch!
Und wie sie spricht, die Conny Mey. Sie säuselt. Als dürfe sie dem älteren Kollegen nicht mit fester Stimme widersprechen, sondern nur mit mädchenhaftem Lächeln „schönreden“.
Schade. Denn das Münsteraner Tatortteam hat bewiesen, dass schräge Typen bestens unterhalten . Auch Nina Kunzendorfer kann exzellent ebenso schön wie schräg spielen. Sagenhaft ist ihre fein nuancierte, preisgekrönte Leistung in „Der scharlachrote Engel“ (Polizeiruf 110).
Liebe Tatort-Drehbuchautoren: Kommt das dabei raus, wenn Ihr eine Danni Lowinski-Anlehnung als Quoten-Prolette ins öffentlich-rechtliche Programm hieven wollt? Ich hoffe, da fällt Euch noch Originelleres was. Und bitte, bitte: spendiert Conny Mey ganz schnell ein Umstyling! Danke.
